“Geben Sie Taiwan in der WHO einen formalen Status”
Wir begrüßen aufrichtig die Unterstützung der EU seit vergangenem Jahr für Taiwans „sinnvolle Beteiligung“ an der WHO. Wir haben jedoch nach unseren Anstrengungen für eine Beteiligung festgestellt, dass die Wirkung der Hilfe sehr begrenzt ist, außer wenn die Behörden der EU Taiwan dabei helfen, einen formalen Status — WHO-Mitgliedschaft — zu erwerben.
Taiwan benötigt vollständige medizinische und gesundheitliche Informationen von der WHO.
Die Stiftung Allianz medizinischer Fachleute in Taiwan hat Anfang Januar dieses Jahres Vertreter von EU-Ländern in Taiwan besucht, und alle Vertreter teilten uns mit, sie unterstützten Taiwans „sinnvolle Beteiligung“ in der WHO. Im Gespräch über den Status der Beteiligung in der WHO erklärten sie jedoch alle, es sei für sie unmöglich, Taiwan dabei zu unterstützen, WHO-Mitglied zu werden oder Beobachterstatus zu bekommen.
Gleichzeitig konnte Taiwan zwischen Juni 2005 und Dezember 2006 nur an 16 Konferenzen teilnehmen, die von der WHO veranstaltet oder mitveranstaltet wurden, und dabei wurde bei manchen Konferenzen auch noch der Staatsname geändert. Allgemein wurde behauptet, Taiwan habe bei 40 Prozent der WHO-Expertenkonferenzen teilgenommen, also könnten wir demzufolge die Zahl der jährlichen WHO-Konferenzen ungefähr mit 37 beziffern. Die von mir geleitete Stiftung Allianz medizinischer Fachleute in Taiwan hat im vergangenen Jahr drei internationale Konferenzen veranstaltet, da können wir uns vorstellen, wie viele Konferenzen von einer globalen Organisation wie der WHO abgehalten wurden!
Als internationale Organisation sollte das WHO-Sekretariat kein geheimes Verständigungsmemorandum mit einem bestimmten Mitglied — China — unterzeichnen, und es sollte nicht vorschreiben, dass jede Konferenzinformation für Taiwan über die Regierung in Beijing weitergegeben werden muss.
Der WHO-Rechtsberater Gian Luca Burci sagte einmal privat, dass man bei den Konferenzen mit WHO-Bezug verschiedener Bereiche überhaupt nicht genau sagen könne, wie viele Konferenzen eigentlich stattgefunden hätten! Daher weiß man auch nicht, von wie vielen „sinnvollen“ Konferenzen Taiwan ausgeschlossen geblieben ist.
Das WHO-Sekretariat hat in Jahre 2005 ein Verständigungsmemorandum mit der Regierung in Beijing unterzeichnet, welches festlegt, dass alle WHO-relevanten Informationen an Taiwan über China gehen müssen und dass Taiwan nur mit Zustimmung Chinas an WHO-Konferenzen teilnehmen kann.
Für die schon erwähnten 19 WHO-Konferenzen, an denen Taiwan teilnehmen konnte, musste Taiwan den Antrag zuerst ans WHO-Sekretariat richten, und nach zwei Wochen Bearbeitungszeit leitete das WHO-Sekretariat ihn an Chinas Regierung in Beijing weiter. Nach einer Prüfung von weiteren zwei Wochen gaben die Behörden in Beijing grünes Licht, und dann erst konnte Taiwan Delegierte zu der Konferenz entsenden. Bei einem akuten Ausbruch einer Epidemie braucht man Informationen sofort, doch wenn die Taiwanesen vier Wochen auf die Zustimmung Chinas und der WHO warten müssen, würde es schon vorher zahllose Todes- und Krankheitsfälle geben!
Transparenz ist für eine internationale Organisation eine wichtige Prämisse. Das WHO-Sekretariat sollte nicht mit bestimmten Mitgliedern einzeln ein Verständigungsmemorandum unterzeichnen, dessen Inhalt die Rechte anderer Mitgliedsstaaten verletzen könnte. Noch ungeheuerlicher dabei ist, dass China das Land ist, das mehr als 800 Raketen auf Taiwan gerichtet hat! Das WHO-Sekretariat hat einen schweren Fehler begangen, als es China die Entscheidung darüber überließ, welche Konferenzen für Taiwan sinnvoll sind! Bitte fordern Sie die WHO dringend dazu auf, die Einzelheiten des Verständigungsmemorandums öffentlich zu machen, um die Rechte aller Mitgliedsstaaten zu schützen und die Unterstützung der EU-Länder für eine Beteiligung von Taiwan in der WHO zu erleichtern.
Die undurchsichtige Lage von Epidemien in China bedroht die Welt, und das benachbarte Taiwan wird zuallererst in Mitleidenschaft gezogen!
Während des SARS-Ausbruchs verschleierte China die Lage der Epidemie, was zur Ausbreitung von SARS nach Taiwan führte, und der ganzen Welt ist bekannt, dass die Menschen in Taiwan damals gesundheitlich und mental Schaden nahmen. Derzeit herrscht in China eine Tollwut-Epidemie, zwischen Januar und August 2006 wurden 1735 Todesfälle bei Menschen gemeldet. Die Regierung in Beijing sah sich gezwungen, die Maßnahme „ein Hund für jeden Haushalt“ zu verordnen. Taiwan, ein enger Nachbar Chinas, hat Tollwut seit 1959 vollständig ausgerottet, doch Tierschmuggel und die unklare Lage der Epidemie in China bedeuten für Taiwan eine enorme Bedrohung. Für die Menschen in Taiwan kommt das größte Unsicherheitsgefühl aus China! Alle an Taiwan weitergegebene Informationen mit WHO-Bezug müssen erst durch das Land gehen, das in puncto Gesundheit hinterherhinkt und außerdem Taiwan gegenüber feindselig eingestellt ist: China.
Wir möchten noch einmal unserem Dank für die Unterstützung der EU für Taiwan Ausdruck verleihen, doch die obige Erklärung zeigt, dass die so genannte „sinnvolle Beteiligung Taiwans in der WHO“ mit der aktuellen Methode nur schwer durchgeführt werden kann.
Taiwans Standpunkt ist: Nur wenn wir einen formalen WHO-Status besitzen, kann gewährleistet werden, dass Taiwan garantiert vollständige Gesundheitsinformationen erhält. Deswegen appellieren wir an die EU, ihre Politik zu ändern und „Taiwan zu unterstützen, Mitglied der WHO zu werden“!